Bildungsministerium weist Kolleg in Ilmenau keine Schüler zu

In der Sitzung des Thüringer Landtags machte Abgeordneter Andreas Bühl (CDU) die Situation des Ilmenau-Kollegs zum Thema, nachdem ihm Informationen erreicht hatte, dass das von Bildungsminister Holter (Linke) geführte Ministerium entschieden habe in Ilmenau keine neuen Schüler mehr im Kolleg aufnehmen zu wollen. Dies bestätigte Staatssekretärin Ohler (Linke) während der Sitzung. Zum kommenden Schuljahr sei keine Aufnahme von Schülern mehr geplant, da es nur wenig Bewerber gegeben habe. Damit habe das Bildungsministerin die Schule maßgeblich geschwächt, weil somit ein ganzer Jahrgang zukünftig fehle, sagt Andreas Bühl als Abgeordneter für den südlichen Ilm-Kreis.

Bisher gibt es in Thüringen zwei Kollegs mit Standorten in Ilmenau und Weimar. Dabei bieten diese Schulen den Kollegiaten die Möglichkeit auch aus dem Berufsleben heraus das Abitur und die Hochschulreife nachzuholen, sowie dafür sogar Schüler-Bafög zu erhalten. Am 2. September 2015 entschied die damalige Bildungsministerin Klaubert (Linke), dem Kolleg-Standort in Weimar keine Schüler mehr zuzuweisen und die Aktivitäten in Ilmenau zu bündeln. Nach großem Protest vor Ort wurde die Entscheidung im Jahr 2016 zurückgenommen.

„Nun wird es genau andersherum versucht. Dabei hätte man einfach den damaligen Plan zur Bündelung konsequent umsetzen müssen und damit den Ilmenauer Standort stärken können. Unsere vielfältige Bildungslandschaft in Ilmenau von der Grundschule bis zur Technischen Universität wird durch das Kolleg bereichert und ergänzt. Die Lehrkräfte in Ilmenau haben weit vor Weimar neue Innovationen zum Beispiel bei der Beschulung nichtdeutscher Schüler oder mit Blick auf das Online-Abitur vorgeschlagen. Das Schulgebäude in Weimar gehört dem Land und verursacht höhere Kosten als in Ilmenau. Bei uns liegt die Schulträgerschaft beim Kreis. Damit ist Ilmenau nicht nur der innovativere Standort, sondern auch der kostengünstigere. Nun redet man sich bei der Landesregierung zwar heraus und verweist auf den Schulträger, der für das Schulnetz zuständig ist und somit aktuell die Schule weiter erhalten bleibt. Doch ohne die Zuweisung von Schülern wird auch die Zuweisung von Lehrern immer geringer und damit der Standort schleichend geschlossen.”, schätzte Landtagsabgeordneter Bühl ein.

Aber es sei klar, die Schule braucht mehr Schüler und man müsse mehr für den Standort werben. Dazu sind Schüler, Lehrer, Eltern, die politischen Akteure im Kreis und in der Stadt sowie der Zivilgesellschaft aufgerufen. Auch die Landesregierung sollte es sich nicht so leicht machen und zum Beispiel die Online-Abi Angebote ernsthaft ausweiten und damit neue Zielgruppen für die Schule generieren. “Meine Unterstützung ist dabei sicher.“, sagte Landtagsabgeordneter Andreas Bühl nach der Landtagssitzung.